Neukölln - Agenda 2013
- Eine Satire -
von N. N., 2004
Einleitung
„Das Neuköllnbuch" aus dem Verbrecherverlag von Verena Sarah Diehl, Jörg Sundermeier, Werner Labisch, veröffentlicht Ende 2003, habe ich mit Entzücken gelesen.
Da kein neues verlegt wird und ich Lust hatte, als Neukölln-Kennerin etwas hinzuzufügen, schrieb ich auf.
Ich schrieb auf, was mir sonst noch zu Neukölln einfiel.
Daraus wurde eine Satire, eine bunt gemischte Früchteschale, die Darstellung von Übertreibung und Ironie, gespickt mit wirklichen Beobachtungen und auch irrealen Vorstellungen.
Eine Frau, die anonym bleiben möchte, hat dies aufgeschrieben.
Frei nach Kurt Tucholsky: „Das muss die Satire!"
Sie muss entstellen, verschärfen und übertreiben.
Frei nach Friedrich dem Großen: „Jedem das Seine!"
Neukölln
ist ein besonderes Exemplar von Bezirk, etymologisch abgeleitet von Neukölle, Neugülle. Und es ist die heimliche Hauptstadt Berlins.
So steht es im Neukölln-Buch, veröffentlicht im Verbrecherverlag.
Dem kann ich nur beipflichten und eine weitere Vision entwickeln.
Als Regierungsgebäude von Berlin eignet sich das Rathaus mit großen und kleinen Räumen, mit Plenar- und Sitzungssälen, mit riesigen Fluren und Treppenhäusern, zwei Innenhöfen und einer Kantine.
Deren Pächter bereitet ein Essen, das dem von der Karte jedoch auf dem Teller abweicht.
Die Zusammenstellungen lesen sich gediegen, passen jedoch nicht. Hin und wieder schmeckt deftige Kost. Nicht nur Bezirksbeamte, auch Rentner gehen hier essen. Die Brötchen sind schauderhaft schmierig, nur der Kaffee ist gut.
Einmal in der Woche wird der Nachtisch inklusive im Preis angeboten.
Vom Gesundheitsmanagementgedanken ist diese Kantine schon lange an vorderster Front: durch die Trennung von Raucher und Nichtraucher-
bereich.
In der für Besucher zugänglichen Damentoilette, durch die hintere Tür zu erreichen, hängt inzwischen wieder ein Spiegel über dem Waschbecken.
Aber wenn das Rathaus Neukölln, das einen Turm hat, zum Regie-
rungssitz wird, mit direkter U-Bahn-Anbindung Linie 7, was passiert dann mit dem größten Sozialamt Europas?
Na, ab in die Kindl-Festsäle in der Hermannstraße; Umbau ist dort erforderlich!
Dort müssen aus Rücksicht auf die muslimische Mehrheit, die kein „Schulle" trinkt, Wasserpfeifenruheräume eingerichtet werden. Denn die Wartezeiten sind lang.
Der Bundestag müsste das Betäubungsmittelgesetz ändern und mehr Haschischkonsum erlauben, damit auch diese Wasserpfeifenruheräume legalisiert werden.
Die Finanzämter in der Buschkrugallee und der Juliusstraße könnte man räumlich auflösen und in die umliegenden Laubenkolonien umsetzen.
Dadurch wird Raum frei für die Regierung mit allen ihren Beamten, sofern sie nicht im Rathaus unterkommen können.
Das ist aber eine politische und ökologische Entscheidung: offen bleibt,
ob man die Laubenkolonien einbetoniert und dort Häuser errichtet, in denen die Büros für die Finanzbeamten installiert werden. Oder ob man die Laubenkolonien belässt, damit die Regierungsverantwortlichen ihr Obst und ihre Kartoffeln selbst ziehen können, damit sie unabhängig werden von der Zahlung ihrer Bezüge, die sie schon lange nicht mehr erhalten.
Für eine Volksversammlung kann der Plenarsaal „Neue Welt Hasenheide" wiederbelebt werden. Die dortigen Baumärkte müssen verschwinden, denn zu bauen gibt es nichts mehr.
Für diskrete politische Gespräche kann die „Alte Welt", gleich um die Ecke in der Wißmannstaße genutzt werden, lauschig, schattig, kühl.
Weiter oben ist das „Haus der Kulturen", außen und innen ein Prachtbau für gehobene Gastronomie und Empfänge.
Noch repräsentativer ist das kleine und feine Schloß Britz, geeignet für geheime Treffen, auch am Dorfteich und in der Dorfkirche (Möglichkeit zu beten, falls Pfarrer vorhanden), sowie im Gutspark mit Rosengarten.
Letzterer kann nur noch mit Gärtnern aus Frankreich und Holland gehalten werden, daher auch die hohen Eintrittspreise von zehn Euro, von montags bis freitags versteht sich, es sei denn, es ist ohnehin wegen Prominenz geschlossen.
Durch den Umzug der Regierung nach Neukölln, würde das Rote Rathaus am Alex und das Preußische Herrenhaus, wo das Berliner Parlament sitzt, frei werden. Diese Gebäude eignen sich dazu, sie als Asylanten-, Armen- sowie auch Obdachlosenheime zu nutzen.
Durch einen Transfer der Regierungsverantwortlichen und ihre Bediensteten würde Neukölln enorm entlastet werden. Es würde nicht mehr so viel Dreck auf den Straßen liegen, ja, Neukölln würde durch den Regierungsumzug sauberer werden. Na, also! Es gibt Entwicklung!
Polizisten würden nicht nur mehr auf die Immunität der Regierungs-
prominenz achten, deren Monatsgehälter sie schützen müssen, weil diese etwa das zehnfache einer Einzelrente ausmachen. Sie würden auch auf mehr Ordnung und Sauberkeit achten, indem sie die Langzeitarbeitslosen, die dafür zuständig sind, bewachen.
Ein Original von Neukölln, Linie 7 von Hermannplatz bis Rudow hat sich leider inzwischen abgesetzt. Gemeint ist das Gerippe, diese Frau, die skelettmäßig abemagert ist, auf Krücken geht und bettelt mit dem Totenschädel, aber ein Mann sein soll.
Na, ja, egal, sie oder er hat die Linie 7 abgegrast. Schade! Sie wurde inzwischen auf der Linie 2 gesichtet, um dort ebenfalls zu betteln, denn etwas zu essen braucht der Mensch, oder auch Leute zu erschrecken.
Denn dort fahren mehr Touristen herum, als jemals welche in Neukölln zu sehen sind.
Neukölln als die heimliche Hauptstadt Berlins! Welche köstliche Perspektive!
Nix mehr Alex, nix mehr Pankow oder Prenzlauer Berg, ganz zu schweigen von Charlottenburg oder Dahlem. Spandau war schon immer „bei" Berlin.
Das sind andere Welten. Und noch nie schaute ich als ideelle Ureinwohnerin Neuköllns über den Tellerrand meines Bezirks hinaus. - Wozu auch?
Neukölln wurde nie geteilt oder angeschlossen!
Im Gegenteil: zum alten, trauten Rixdorf kamen die Dörfer Britz, Buckow und Rudow dazu!
Mit seinen etwa 320.000 Einwohnern hat der Bezirk die Größe einer mittleren Kleinstadt. Möglicherweise die einer amerikanischen, aber das kann ich nicht beweisen, weil ich noch nie in Amerika war.
Neukölln ist der Superbezirk von Berlin, jetzt, wo er die Weihen der heimlichen Hauptstadt erhalten hat, gesalbt von dem Hauptkommissar der EU in Brüssel. Nur, die Bezirksbeamten im Rathaus haben es noch nicht ganz geschnallt. Sie laufen hektisch durch die Flure und blockieren die Fahrstühle.
Ist auch ein bisschen viel auf einmal zu verkraften an Reformen. Denn gleichzeitig denken sie über die neue Sozialraumorientierung nach.
Das macht Stress!
Nicht, dass es Probleme gibt, die nicht zu lösen sind.
Erfreulicherweise konnte die Partei der Grünen das Asylantenproblem pragmatisch und selbständig ohne Staatseingriff lösen. Sie hat an Stimmen und Abgeordnetensitzen weiter gewonnen. Und sie steht für die Asylanten-
einwanderung als Partei der Gutmenschen und dem Mutter-Teresa-Komplex.
Die Grünen haben es geschafft, durch den Zugewinn ihrer Parteikasse viele
Laubenkolonien in Gesamt-Berlin zu pachten, um dort die Asylanten unter-
zubringen. Diese können dort Obst- und Gemüseanbau betreiben, Ziegen und Schafe können sie sich für ihre Eiweißversorgung halten! - Vorbildlich!
Das entlastet die Staatskasse, die nur noch für Strom und Wasser zahlt.
Den angestammten Laubenpiepern, einer hartnäckigen Restdeutschen-
gruppe, könnte man ersatzweise Refugien auf Sansibar oder in Weißrussland anbieten, wo sie das Land urbar machen können. Aber leider ist es das schon. Dort gibt es schon Bewohner, die Nelken pflücken und trocknen.
Was macht man mit denen?
Und hier, von uns aus im Osten, wogen im Sommer die Weizenfelder von allein.
Alternativ bieten die Grünen, die ja Individuen aus gehobenen und gebildeten Schichten sind und daher gut situiert, welch edle Idee, ihre eigene, großzügige Wohnung für Asylanten an. Sie bescheiden sich mit einem Feldbett in der Küche (kann aus den aufgelösten Beständen der Bundeswehr geliefert werden). Alle Zimmer überlassen sie den Asylanten, wodurch das gewünschte Multi-Kulti-Potpourri zustande kommen kann, insbesondere beim gemeinsamen Kochen.
Soweit hätten wir alles geklärt.
Aber nein, noch längst ist nicht alles geklärt! Vor allem nicht der Rest, der gar kein Rest ist, sondern inzwischen die große Minderheit darstellt, welche die Bürgersteige dominiert und somit als Mehrheit wahrnehmbar ist.
Egal, ob die Sonne scheint oder ekliger Regen mit Windböen mich trotz Schirm nass macht und meine Frisur dann keine mehr ist, ich kann es nicht leugnen, ich bewege mich nach Türkenland. Das hat sich nach Kreuzberg und Istanbul gemausert.
Die Frage ist nicht gelöst, wie der Bezirk Neukölln als Hauptstadt Berlins mit Türkenland umgehen und eine Symbiose finden kann. Das bleibt für längere Zeit eine schwierige Frage.
Das Kopftuchaufkommen hat sich in den letzten Jahren enorm gesteigert.
Frauen mit Kopftuch sind massenweise auf den Magistralen Hermannstraße und Karl-Marx-Straße sowie in den anliegenden Seitenstraßen zu sehen.
Es gibt viele Variationen: so das Kopftuch mit Ganzkörpermantel oder das Kopftuch, das ein Gesicht mit dicker Schminke umrahmt, mit eng anliegender Kleidung und Stöckelschuhen, wie sie jetzt Mode sind.
Na, ja, das sind nur Beobachtungen. Welchen Schutz vor was oder wem brauchen die Kopftuchdamen? Etwa vor den geilen Männerblicken, deren Urheber der Überzeugung sind, der Frau überlegen zu sein?
Die glauben, eine Frau hat keinen eigenen Willen?
Ich stehe mit einer Frau auf der Straße und unterhalte mich mit ihr.
Ein Türke muss unbedingt zwischen uns laufen, anstatt seitlich an uns vorbei.
Ein türkischer Fahrer wendet sein Auto von der Gegenfahrbahn, er muss unbedingt vor mir fahren, mich in meinem Fahrfluss schneiden.
So erlebe ich es öfter, wie unhöflich, ungehobelt das Benehmen ist, ich werde zur Seite geschoben, bedrängt, fast angerempelt, ich muss zur Seite gehen, auch wenn ich mich mit Tüten oder Tasche abschleppe.
Eine unbedingte Ausnahme erlebte ich aber auch: ein Türke ließ mir den Vortritt in die U-Bahn!
Die U-Bahn, Linie 7, bestieg auch ein vermutlich sehr strenger Vater. Er lief vor mit zwei jugendlichen Söhnen. Er bestimmte, wo sich hingesetzt wurde.
Sie saßen in einer Reihe. Baba döste vor sich hin, die beiden Jugendlichen saßen daneben, überbrav, regungslos, sie blickten stumpf vor sich hin.
Beim Ausstieg aus der U-Bahn, Hermannplatz, die Rolltreppe hoch werden ich und andere Passanten mit den Worten eines laut schreienden Mannes
empfangen: „Mein Schwanz ist sauber, eure Votzen stinken nach Fisch."
O.k., das könnte genauso von einem durchgeknallten Deutschen kommen.
Aber warum machen Türken das nach?
Ein sehr junges Ehepaar sitzt neben mir in der U-Bahn Linie 7. Ich kann ihn
nicht sehen, nur sein weißes Hemd. Aber sie ist sehr schön, hat lange, offene, schwarze Haare, ihr Körper ist schlank. Zwischen ihren langen Beinen klemmt sie eine Packung Klopapier, sie haben also für den Haushalt
eingekauft. Sie reden nicht miteinander. Sie schließt ihre Augen, erscheint hochgradig frustriert. Am Rathaus steigen sie aus und sie trottet hinter ihm her mit den Klorollen.
Die türkische Community, streng islamisch ist sie ein Teil der „umma", wird sich letzten Endes aufspalten wie die deutsche Gesellschaft (oder wie die britische oder die chinesische), nämlich in Arm und Reich.
Da es seit einiger Zeit und auch für die Zukunft keine Arbeitsplätze mehr gibt, wird der Armutspegel steigen. Nur einige Türken, die einigermaßen der deutschen Sprache mächtig sind, werden in die Sicherheitsdienste der Regierung aufgenommen. Andere werden die Polizei-Laufbahn einschlagen. Gemüse- und Kebab-Läden wird es natürlich weiter geben.
Die Infrastruktur breitet sich weiter aus.
Zum Sozialprodukt leisten sie ihren Beitrag, die Türken unter uns, z. B. indem sie türkische Banken, Reisebüros und Bestattungsinstitute gegründet haben.
Warum immer nur von „Türken" die Rede ist? Die meisten wollen es so, sie achten darauf, als Türken angesehen zu werden, fordern das, obwohl ich sie lieber als Menschen betrachten würde.
In Zukunft werden nur noch reiche Türken sich die Schlitten leisten können, die sie einführen müssen. – Es werden keine Autos mehr in Deutschland gebaut. –
Es wird noch Jahre dauern, aber der Rest wird Schrott sein.
Ein Kulturkampf innerhalb der türkischen Gemeinde ist zu erwarten.
Vorläufer war der Reformator Atatürk (Kemal Pascha) im Mutterland selbst, der eher fortschrittlich war, nur wird jetzt das Ruder wieder zurückgestellt.
Deutschangestammte Genossen haben inzwischen weitgehend den Bezirk Neukölln verlassen, sie haben sich je nach Vermögenslage nach Sansibar, Florida oder in den Bayrischen Wald zurückgezogen.
Nun ist der Weg frei für islamische Sitte, Zucht und Ordnung.
Der Quatsch mit Demokratie, Freizügigkeit und Toleranz wird abgeschafft.
Alles wird erschwert und noch undurchsichtiger gemacht durch Islamgläubige aus arabischen Ländern, diese bekämpfen sich manchmal auf Straßenschlachten mit Türken. Welch delikate, zweifelhafte Beziehung (siehe Geschichte des Osmanischen Reiches).
Jedenfalls sind Frauen schon diszipliniert worden, sie tragen das Kopftuch freiwillig. Vielleicht werde ich auch noch dazu gezwungen und ich darf den
„Bürgersteig" nicht ohne betreten. Aber, wenn es soweit ist, dann bin ich alt und dann ist es egal.
Solche Frauen mit offenen Haaren, wie z.B. die Schauspielerin in dem Film
„Gegen die Wand", na, sie bleiben eine Einzelerscheinung.
Den
Christopher-Street-Day werden schwule Türken in Neukölln erneut mit vielen Rückschlägen erkämpfen müssen. Ja, so ist das!Jede Generation muss ihre Rechte erkämpfen!
Die politische Situation in Neukölln ändert sich noch einmal erheblich durch eine historische Entscheidung: Die Türkei wird Mitglied der EU!!!
Nun wird der Bezirk vollständig offen für Türkenland.
Integration ist ein nunmehr unbekanntes Wort aus früheren Zeiten.
Damals hat der Wüstenfuchs von Neukölln und Ureinwohner seines Zeichens, Herr Buschkowsky, der gleichzeitig der Obersprecher der Indianer war, schon das Scheitern eben selbiger festgestellt.
Es wird keine baurechtliche Handhabe für Frau Vogelsang und ihre Mitstreiter mehr geben, den Bau von Moscheen zu verhindern.
Das Gemeindezentrum mit Koranschule, Fitnessraum und Sauna von dem Verein INSSAN wird in der Pflügerstrasse gebaut werden.
Von wem genau und mit welchen Geldern bleibt bis zuletzt unklar.
Es gibt noch Brachflächen, wo Moscheen errichtet werden können, dazu bietet sich der Grenzstreifen von Rudow und Buckow geradezu an.
Diese Grenze nach Brandenburg könnte man deutlich mit Minaretten markieren. Das würde einem Zusammenschluss der Länder Berlin und
Brandenburg zwar abträglich sein, aber egal, wer weiß, was noch alles kommt.
In den dazugehörigen Koranschulen wird der Koran gelehrt werden.
Nein, er wird schon längst gelehrt. Auch schon für 5-jährige Kinder, die noch nicht lesen können. Das brauchen sie auch nicht. Wozu? Entscheidend ist, dass sie den Koran in arabischer Sprache auswendig lernen. So ist es üblich.
Ein Versuch der Schulbehörde, diesen Koranunterricht zu kontrollieren, geht völlig ins Leere! Denn wer kann schon arabisch sprechen und insbesondere die Sprache des Korans? Das schafft die Schulbehörde niemals! Das wäre sogar eine Anmaßung! Denn: der Koran beinhaltet das Siegel des Propheten und die Wahrheit von Gott, nein, von Allah und der Welt!
Darin steht zwar manches an Hetze gegen die Ungläubigen, aber er bleibt wie er ist, der Koran. Er ist nicht überprüfbar, und übersetzt in eine andere Sprache gilt er als verfälscht.
Daraus ergibt sich schlussfolgernd die Frage, wie hält es die Regierung in Zukunft mit der Bildung, die ja nach Pisa-Studie jetzt schon ein Desaster ist?
Nun, Herr Böger ist inzwischen in Pension gegangen und Tausende von Lehrern folgten ihm. Es ergibt sich das Problem: viele Klassenräume werden ohne Lehrer, sozusagen leer dastehen. Für eine Anzahl von Schülern, die jetzt schon Bildung nicht wertschätzen, sich lieber lümmeln und schlagen, anstatt etwas zu lernen, wird das ein wunderbarer Lümmelort sein, möglichst weg von der Couch mit Anne und Baba vor dem TV mit Satellitenschüssel.
Das Bildungspotential verkommt, wobei doch alle Kinder nicht weniger intelligent sind als die englischen, chinesischen oder finnischen.
Jedoch kann Bildung auch etwas schlechtes sein, das ist paradox. Sie könnte zu einem Wissen führen, was die Eltern und die Familie übersteigt, über sie hinaus wächst. Das kann alte Gewissheiten gefährden und Bindungen lockern. Der Erwerb von Bildung ist eben etwas Individuelles und fördert die individuelle Entwicklung.
Die Restschulen mit ihren engagierten Restlehrern haben sich auf andere
Bezirke verteilt. Dorthin schickt die gebildete Schicht der Türken und die winzige Restschicht der Deutschen ihre Kinder, um sie in den Fächern Englisch, Deutsch, Französisch sowie Biologie, Physik, Mathematik usw. ausbilden zu lassen.
Der Vorschlag der Grünen, einem neugeborenen Kind von ausländischen Eltern neben dem Geburtsschein auch gleich den Abiturschein vorzulegen,
um eben eine Diskriminierung zu verhindern, wurde von den Fraktionen im Neuköllner Parlament abgewiesen. Man war der Meinung, dass Bildung und Erwerb von höheren Berufen wie Arzt, Anwalt oder Architekt doch durch eigenes Lernen und eigene Leistung hervorgebracht werden müssen.
Kommen wir zum Alltag in Neukölln zurück.
Erstaunlich ist, wie Menschen deutsche Sitten übernehmen. Und da sage
mal einer, Ausländer könnten sich nicht anpassen. Das stimmt nicht.
Viele werden sich einen Hund, den treuen Freund und Helfer des Menschen zulegen. Das sieht man jetzt schon.
Und wie löst die Regierung das Problem mit dem Hundekot?
Es fügt sich alles. Die Hasenheide ist schon längst eingezäunt und für
Menschen gesperrt. Auf ihrem Gelände befindet sich das größte Hundeaus-
laufgebiet Europas. Neukölln hat das möglich gemacht.
Und wie kann die schöne grüne Hasenheide von dem Hundekot wieder befreit werden? Na, ist doch einfach.
Man hat die Langzeitarbeitslosen nach Hartz IV hier für einen Euro pro Stunde einstellen können, damit sie als Hundekotbeseitigungsbeauftragte wirken.
Der Flughafen Tempelhof ist geschlossen. Hier hat Neukölln nur ein begrenztes Mitspracherecht, denn der Bezirk Tempelhof-Schöneberg
ist auch noch da. Die Nutzung des Geländes ist noch nicht geklärt. In dieser
Frage beharken sich die Beteiligten mit der türkischen Gemeinde.
Neben der Bebauung mit Laubenkolonien gibt es bislang weitere Vorschläge:
Es sollen Fußballfelder für türkische Jungen eingerichtet werden, damit diese sich richtig austoben können.
Seit dem EU-Beitritt der Türkei wird das Tempelhofer Feld jedoch als
Exerzierplatz der türkischen Soldaten, die ja heute schon in der NATO sind,
beansprucht.
Ein Minderheitenvorschlag der neuen Turko-Öko-Bewegung hat wenig
Chancen: Aus dem großen Gelände eine Wiese zu machen und dort Schafe weiden zu lassen.
Das ist zwar nicht ganz neu, weil es früher dort schon Schafe gab.
Aber ökologisch gesehen wäre dieser Vorschlag außerordentlich wertvoll.
Wir hätten angrenzend an Tempelhof und Neukölln eine bessere Luft,
vielleicht etwas Gülle-Luft, und die erinnert an die Landwirtschaft, was ja
auch nicht übel ist.
Überhaupt die Erinnerungen, was machen wir mit ihnen im Jahre 2013?
Es gab einmal die großartige Hufeisensiedlung in Britz, was ist aus ihr geworden? Und eine Strasse, die „Hüsung" hieß, was für ein Name für
eine Strasse!
Was ist aus dem kleinen, feinen Comenius-Garten geworden und aus
dem schönen Körnerpark? Steht die Britzer Mühle noch und wie sieht
der Buga-Park jetzt aus?
Wer Hochhäuser sehen will, fährt zum Potsdamer Platz, alternativ zum
Alexanderplatz. Hochhäuser braucht Neukölln nicht.
Was macht diese Hauptstadt Neukölln von Berlin jetzt, wo sie nun
weitgehend türkisiert ist?
Des Rätsels Lösung ist ganz einfach:
Sie erklärt sich zur Hauptstadt von Istanbul!